Das ist alles?

Seit 1. August gilt jetzt also die neus Rechtschreibungfast überall. Da dachte ich mir dass ich mir das mal genauer anschaue muss. Über Jahre war das ja ein Riesentheater und ich war also auf ein paar Überraschungenn gefasst. Die Überraschung war dann allerdings dass die sogenannte “Neue Rechtschreibung” tatsächlich nur eine handvoll Änderungen beinhaltet, die im Großen un Ganzen sinnvoll sind. Da werden doch nur ein paar Ungereimtheiten in der Deutschen Grammatik ausgebügelt, aber wie so oft im Leben werden Dinge die eigentlich gar keinen Unterschied machen zum Riesendrama.

Es spielt doch überhaupt eine Rolle ob man nun Kuss oder Kuß schreibt – solange sich nur alle einig sind was richtig ist. Das Einzige was noch viel lächerlicher ist als großspurig eine “Rechtschreibereform” zu verkünden ist wenn sich einzelne Bundesländer querlegen und mit dem Fuß stampfen und ganz trotzig sagen “Meine Suppe ess ich nicht!”

Na ja – wie dem auch sei. Auf der nächsten Seite sind die neuen Regeln …

1) Regeländerungen im Bereich der Laut-Buchstaben-Zuordnung
– Im Auslaut von Wortstämmen steht nach Kurzvokal ss statt ß z. B.: Kuss, küsste (aber weiterhin: Gruß, grüßte, Straße usw.)
– Bei Zusammensetzungen werden drei gleiche Konsonanten auch dann geschrieben, wenn ein Vokal folgt, z. B.: Schiff + fahrt = Schifffahrt.
– Bei englischen Wörten, die auf -y enden, -s gebildet, z. B. Lobby − Lobbys

2) Regeländerungen im Bereich der Schreibung mit Bindestrich
Zusammensetzungen mit Ziffern werden mit Bindestrich geschrieben, z. B.:
2-silbig, der 17-Jährige

3) Regeländerungen im Bereich der Groß- und Kleinschreibung
a) Neu großzuschreiben sind:

Bezeichnungen von Tageszeiten nach Adverbien, z. B.: gestern Abend, heute Mittag, morgen Abend

substantivisch gebrauchte Adjektive und Partizipien, z. B.: im Allgemeinen, des Näheren, Folgendes, (seine Schäfchen) ins Trockene (bringen)

Paarformeln zur Bezeichnung von Personen, z. B.: Groß und Klein, Jung und Alt

substantivierte Adjektive als Ordinalzahlen und unbestimmte Zahladjektive z. B.: der Nächste (bitte), fürs Erste, den Letzten (beißen die Hunde), alles Übrige, nicht das Geringste

Sprachbezeichnungen in Verbindung mit einer Präposition, z. B.: auf Deutsch

(verblasste) Substantive in festen Gefügen, z.B.: in Bezug auf, zu Eigen machen

Substantive im Innern mehrteiliger fremdsprachiger Verbindungen, z. B.: Ultima Ratio, Deus ex Machina
Ausnahme: feste adverbial gebrauchte Fügungen werden kleingeschrieben, z. B.: de jure, pro domo

b) Neu kleinzuschreiben sind:

die Anredepronomen du und ihr und die dazugehörigen besitzanzeigenden Pronomen dein und euer in der Briefanrede

adjektivische Ableitungen von Personennamen auf -(i)sch, die die persönliche Leistung oder Zugehörigkeit ausdrücken, z. B.: das ohmsche Gesetz, die platonischen Schriften – bei Ableitungen auf -sch ist auch die Schreibung mit Apostroph möglich, z. B.: das Ohm’sche Gesetz
Ausnahme: wenn sie Teil eines Namens sind, werden sie großgeschrieben, z. B.: die Cansteinsche Bibelanstalt, der Halleysche Komet

feste Verbindungen aus Adjektiv und Substantiv ohne Eigennamencharakter, z. B.: das schwarze Brett, das große Los
Anmerkung: in manchen Fachsprachen werden derartige Verbindungen großgeschrieben, z. B.: die Rote Karte, die Aktuelle Stunde

One Response to “Das ist alles?”

  1. w o r d s » Blog Archive » Das ist alles? Says:

    […] trotzig sagen “Meine Suppe ess ich nicht!” Na ja – wie dem auch sei. auf der nächsten Seite sind die neuen Regeln … 1) Regeländerungen im Bereich d […]

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